Die richtige Bettdecke für den guten Schlaf

Bettdecken gibt es zahlreiche. Umso schwerer fällt es, die ideale Decke für sich zu finden. Körperliche Eigenschaften wie Transpiration, Eigenwärme und Schlafkomfort, aber auch Preis oder Moral spielen mitunter eine Rolle beim Kauf einer Bettdecke. Da die ideale Decke unverzichtbar für den gesunden Schlaf ist, sollte diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen, sondern gewissenhaft überdacht werden. Welche Decke genau die Richtige ist, kann nur jeder für sich selbst entscheiden. Dies fällt natürlich nicht leicht, da jede Füllung gewisse Vorteile besitzt.

Baumwolle - Das "Weiße Gold"

Mit Baumwolle gefüllte Bettdecken zeichnen sich durch die hohe Feuchtigkeitsaufnahme aus. Baumwolle speichert die Feuchtigkeit aber nicht, sondern gibt sie wieder an die Außenluft ab. Somit entsteht ein angenehm trockenes Schlafklima. Baumwolldecken eignen sich eher für den Sommer, da sie Wärme nicht besonders gut speichern. Sie sind auch sehr pflegeleicht, da sie sich in der eigenen Waschmaschine gut waschen lassen. Decken mit Baumwollfüllung werden daher auch Tierhaar-Allergikern, die nicht auf Synthetikfasern umsteigen wollen, empfohlen. Achten Sie beim Kauf einer Baumwolldecke unbedingt auf das KBA - Siegel! (kontrolliert biologischer Anbau).


Vorteile der Baumwolle:

  • ideal für den Sommer

  • ideal für alle, die stark schwitzen

  • ideal für gut beheizte Schlafzimmer über 22 Grad

  • ideal für beheizte Hotelzimmer

Daunen - Die Weltmeister

Daunen und Federn von Enten und Gänsen sind einmalige reine Naturprodukte. Trotz ihres geringen Gewichtes, sind Daunenbetten atmungsaktiv und transportieren Feuchtigkeit, während sie gleichzeitig Wärme isolieren. Das bedeutet für uns, dass schon kleine Mengen an Daunen ausreichen, um den idealen Schlafkomfort zu gewährleisten. 


Ausschlaggebend für den Preis, die Wärme und die Bauschigkeit der Daunendecke, ist das Verhältnis von Daunen und Federn. Da Daunen besser isolieren, ist die Daunenbettdecke wärmer und teurer, je mehr Daunen enthalten sind. 

Warum Daunen besser isolieren, liegt an ihrer mikrofeinen Struktur. Eine Daune ist eine kleine, "junge" Feder. Sie hat einen punktförmigen Kern, aus dem sehr viele feine Fädchen hinauswachsen. An jedem Fädchen verzweigen sich wiederum unzählige feine kleine Ästchen. Dadurch ist die Daune deutlich elastischer und leichter, hat aber gleichzeitig mehr Volumen als jede andere Bettdecken-Füllung. Durch ihre dreidimensionale Struktur können sie eine große Menge an Luft einschließen und isolieren dadurch sehr gut. Je größer eine Daune ist, desto ausgeprägter sind diese Eigenschaften. Gänsedaunen sind aus diesem Grund auch teurer als jene der Ente. 


Weiße Federn und Daunen sind ebenfalls teurer, obwohl kein Qualitätsunterschied zu anders farbigen Daunen besteht. Der Grund dafür ist, dass weiße Füllungen in weißen Bezügen nicht sichtbar und somit beliebter sind. 


Die wertvollsten Federn und Daunen sind jene der Eiderente. Sie lebt in polaren Regionen, weswegen ihre Daunen und Federn einen konstanten Wärmespeicher und eine sehr gute Isolationsfähigkeit bieten. Sie steht allerdings unter Naturschutz, und ihr Federkleid ist deswegen nur schwer zu ergattern.

Kunstfasern - langanhaltend & pflegeleicht

In der Regel unterscheidet man bei synthetischen Fasern zwischen drei Typen: 

  • Hohlfasern mit einer Kammer im Kern: Sie sind weich, leicht und haben ein hohes Bausch-Volumen. Zudem transportieren Sie Feuchtigkeit relativ gut und sind gleichzeitig atmungsaktiv, weil die Luft gut zirkulieren kann. Hohlfasern wurden speziell für Decken und Kissen entwickelt. 

  • Vollfasern ohne Loch im Faserkern: Im Vergleich zu Hohlfasern haben sie einen geringeren Feuchtigkeitstransport und eine weniger effiziente Luftzirkulation.

  • Hochbauschfasern: Sie sind ebenfalls Vollfasern, allerdings mit intensiver Kräuselung, die dadurch eine besonders hohe Bauschkraft besitzen. Diese Fasern transportieren die Feuchtigkeit zwar besser wie klassische Vollfasern, aber nicht so gut wie Hohlfasern. 


Bettwaren aus Kunstfasern sind sehr pflegeleicht und anschmiegsam. Außerdem sind sie langlebig und die Anschaffungskosten sind sehr gering. Die Isolationswirkung bei diesen Füllungen hingegen, ist geringer als bei einer Feder- oder Daunen gefüllten Bettdecke. Für dieselbe Wärmeleistung wird deswegen mehr Füllstoff benötigt. 

Der große Vorteil: Da sie bei 60 °C - 95 °C waschbar sind, bieten sich Bettdecken mit einer Synthetikfüllung sehr gut für Hausstaubmilben-Allergiker an.

Lyocell - Die Alternative zu Synthetikfasern

Lyocell wird aus natürlichen Holzfasern industriell hergestellt. Die Fasern aus Eukalyptus-Holz, werden aus nachhaltiger Forstwirtschaft hergestellt und sind biologisch abbaubar. 

Durch ihre außergewöhnlich glatte Oberfläche wärmt eine Lyocell Bettdecke annähernd so gut wie Schafschurwolle, kann gleichzeitig so gut kühlen wie Leinen und ist saugfähiger als Baumwolle. Im Allgemeinen ist eine Bettdecke mit Lyocell-Füllung ein sehr langlebiges Produkt, das Feuchtigkeit extrem schnell aufnimmt und es auch schnell an die Raumluft abgibt. Dadurch entsteht ein ausgeglichenes, angenehmes Schlafklima. 

Allergiker profitieren sehr von diesem Füllmaterial, da die Decken oft bei 60° waschbar und teilweise sogar für den Trockner geeignet sind.

Naturhaar - Hält warm und trocken

Naturhaar-Bettdecken zeichnen sich in der Regel durch ihre gute Wärmehaltung und die hervorragende Feuchtigkeitsregulierung aus. Die Feuchtigkeit wird sehr gut aufgenommen, aber auch rasch wieder an die Außenluft abgegeben. Damit schafft die Naturhaar-Bettdecke ein warmes und trockenes Schlafklima. Naturhaare sind optimal, wenn sie nicht behandelt wurden. Unter Behandlung versteht man beispielsweise das Bleichen von Haaren oder die Beimischung von synthetischen Fasern. Mischt man Synthetikfasern zu den Naturhaaren, so wird die Decke zwar pflegeleichter, jedoch verliert sie ihre eigentlichen Eigenschaften.

Schafschurwolle - Für ein trockenes Schlafklima

Schafschurwolle wird mit hoher Geschicklichkeit von lebenden Schafen geschoren, hat eine hohe Bauschkraft und eine lange Lebensdauer. Die feinste Wollart für Bettdecken ist hier mit Sicherheit die Merinowolle. Sie wird Schläfern mit starker Schweißabsonderung empfohlen und eignet sich sehr gut als Ganzjahresbettdecke.

Lama-Haar - Für "heiße" Schläfer

Da Lama-Haar relativ glatt und sehr anschmiegsam ist, verlangt es nach einer Beimischung von Schafschurwolle, um die Bausch-Elastizität zu erhöhen. Der Feuchtigkeitstransport bei Lama-Haar ist jedoch besser als bei reiner Schurwolle. Solch eine Decke ist Schläfern mit viel Eigenwärme zu empfehlen. 

Kamelhaar - Für temperierte Räume

Bis zu 5000 Gramm feines, leicht gekräuseltes Haar kann im Jahr von einem Kamel gewonnen werden. Hier unterscheidet man zwischen dem Oberhaar und dem wertvollen, feinen, bauschigen Unterhaar, das in der Textilbranche verwendet wird. Um die Standfestigkeit zu erhöhen, wird Kamelhaar oft mit Schurwolle vermischt. Kamelhaar ist sehr strapazierfähig und deshalb ideal bei temperierten Räumen. Decken mit Kamelhaar eignen sich sehr gut als Übergangsbetten oder in Double-Ausführung als Winterbett.

Cashmere - Für exklusive Bettdecken

Die Cashmere-Ziege hat feines, stark gekräuseltes Haar (keine Wolle!) mit enormen Wärmeeigenschaften. Einziger Nachteil: Pro Tier können nur 100 Gramm Edelhaare im Jahr gewonnen werden. Eine Decke mit Cashmere-Haar ist weich und hat eine sehr hohe Anschmiegsamkeit. Cashmere-Decken werden vor allem Rheumatikern empfohlen. Außerdem binden sich Geruchs- und Staubpartikel kaum an das Cashmere-Haar.

Wildseide - Die ideale Sommerdecke

Die Wildseide oder Tussahseide wird von wild lebenden Seidenspinner-Schmetterlingen produziert. Die Seide gibt Feuchtigkeit schneller ab als andere Materialien, was zu einem trockenen Schlafklima führt. Das Wärmerückhalte-Vermögen ist jedoch geringer.
Eine Decke mit Wildseide-Füllung ist sehr fein und leicht, äußerst hautverträglich, hat ein niedriges Füllvolumen und wirkt kühlend.

Wildseide eignet sich deswegen bei Schläfern mit hoher Eigenwärme und starker Transpiration äußerst gut. Außerdem ist es wegen seiner niedrigen Bauschigkeit und dem geringen Wärmerückhalte-Vermögen ideal für Sommerbettdecken. Um mehr Bauschigkeit zu erreichen, wird manchmal eine Wildseiden-Decke auch in Kombination mit Baumwolle angeboten. 

 

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